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Wie der Weihnachtsmann seine Weihnachtsfrau fand![]() 24-teilige Weihnachtsgeschichte |
Da sass er nun in einem Bus. Zum ersten Mal in seinem Leben.
Und zum ersten Mal in seinem Leben nahm er sich Kurzurlaub.
Ganz wohl war ihm nicht bei der Sache. Gehörte er nicht in seine Weihnachtsstube? War es nicht wie Fahnenflucht, dass er sich klammheimlich aus dem Staube machte?
Aber bei wem hätte er sich abmelden sollen, wer hätte sich dafür interessiert?
Er lehnte sich in den weichen Sessel zurück und beschloss, die Reise richtig zu geniessen.
Links und rechts rauschte sein Lappland an ihm vorbei. Er sah es mit neuen Augen.
Plötzlich bremste der Busfahrer scharf. Den Weihnachtsmann warf es nach vorn gegen den Sitz und er rieb sich die Stirn.
Was war denn nun los?
Langsam fast im Schritttempo schob der Bus sich vorwärts.
Das Gemurmel der Passagiere wurde lauter, einige zeigten nach draussen.
Rentiere. Seine treuen Freunde. Ein Lächeln glitt über das Gesicht des Weihnachtsmannes. Schon fühlte er sich nicht mehr fremd.
Einige Fahrgäste zückten die Kamera. Sie hatten wohl noch nie zuvor Rentiere in freier Wildbahn gesehen und mussten dieses Erlebnis unbedingt festhalten.
Nach zwei Stunden hielt der Bus an einer Raststätte.
"30 Minuten Frühstückspause", rief der Fahrer ins Mikrophon.
Fast alle stiegen aus, auch der Weihnachtsmann wollte sich die Füsse vertreten.
Er folgte den anderen kurz entschlossen in den Gastraum.
Selbstbedienung, wie üblich in Finnland.
Die meisten holten sich einen Kaffee. Der Weihnachtsmann sah sich suchend am Büffet um.
"Kann ich Ihnen helfen", wurde er von der freundlichen Bedienung gefragt.
"Hm, ja... Hm, haben Sie auch Kakao?"
Die junge Frau mit den zum Pferdeschwanz zusammengebundenen Haaren sah ihn forschend an. So etwas war ihr noch nicht untergekommen. Ein gestandener Mann der am frühen Morgen nach Kakao und nicht nach Kaffee fragte.
"Sicher doch. Mit Wasser oder mit Milch?"
Kakao mit Wasser? Was ist denn das für eine Brühe? Wem schmeckt denn so etwas?
"Mit Milch. Danke."
Die Blicke der Blondine folgten ihm bis er sich an einen Tisch am Fenster gesetzt hatte.
Der Weihnachtsmann rührte seinen Kakao um und kostete vorsichtig ein Schlückchen. Joukos Kakao war um Längen besser und etwas wehmütig dachte er an seinen Knecht und dessen Frau, die nun auch auf Reisen waren.
Er gönnte es ihnen, aber er vermisste sie. Sie waren wie seine Familie.