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Wenn Märchen wahr werden





Weihnachtsgeschichte von Liisa Hyttynen

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Wenn Märchen wahr werden


Einmal war es, da lag der Weihnachtsmann mit hohem Fieber im Bett. Doktor Superklug hatte alles versucht, um ihn pünktlich zum Weihnachtsfest wieder auf die Beine zu kriegen. Vergeblich.
Was sollte man nur tun? Weihnachten durfte nicht ausfallen!
"Vielleicht hilft der Vetter des Weihnachtsmannes aus Tallinn aus", dachte Zwerg Naseweis laut.
"Kein Problem. Das mache ich gern. Ich nehme gleich die nächste Fähre", versprach der Vetter.

Kurz vor Helsinki sammelte der Ersatzweihnachtsmann seine Rentiere, die sich an den Bars des Schiffes vergnügten, ein und spannte sie vor den Schlitten. Er richtete noch einmal all die Päckchen und Pakete und setzte sich auf den Kutschbock.
Gleich mußte die Fähre anlegen.

Da hörte er die Stimme des Kapitäns:
"Werte Fahrgäste. Wegen des schweren Sturms vor Helsinki ist es uns derzeit unmöglich, anzulegen. Einen neuen Versuch können wir frühestens um 6 Uhr morgen früh starten. Wir bitten alle Passagiere um ihr Verständnis. Wir werden langsam an der estnischen Küste entlangscheppern bis sich der Sturm gelegt hat. Bitte melden Sie sich an der Information auf Deck 5. Sie erhalten kostenlos eine Kabine für die Nacht. Im Restaurant auf Deck 6 wird bis 23 Uhr kostenlos ein Abendbrot reserviert!"

Das konnte doch nicht wahr sein! Der Vetter des Weihnachtsmannes glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Wie sollte er pünktlich zu den Kindern kommen?

Völlig ratlos ging der Ersatzweihnachtsmann zur Information auf Deck 5. Alle jubelten ihm zu, als er dort auftauchte. Aus seinem Sack verteilte er Bonbons und kleine Geschenke für die Kinder.

Tränen standen ihm in den Augen.
"Ich habe versprochen, meinen Vetter zu vertreten. Wenn ich an all die traurigen Kinder an Land denke, die umsonst auf mich warten...", lag der Weihnachtsmann der Schiffsbesatzung in den Ohren.
"Aber Weihnachtsmann", meldete sich ein kleines Mädchen zu Wort. "Deine Rentiere können doch fliegen... "

'Nur im Märchen' dachte der Weihnachtsmann und 'leider!'
"Du hast ja Recht! Wie ich das vergessen konnte!" 
Der Weihnachtsmann drückte der Kleinen einen Riesenteddy in den Am und eilte zu seinen Tieren.

Er setzte sich auf den Kutschbock und zog die Zügel fester. Plötzlich stiegen die Rentiere auf und mit ihnen der ganze Schlitten. Und sie schwebten an Land.

Staunend winkte der Weihnachtsmann noch einmal allen, die ihn vom Schiff aus beobachteten und dann gab er den Rentieren die Sporen.