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Wenn der Nussknacker Zahnschmerzen hat
Das Weihnachtsfest rückte immer näher.
Bei den Weinerts war längst alles festlich geschmückt.
In den Fenstern hingen leuchtende Sterne und weiße Schneeflocken, an der Wohnungstür ein Tannenkranz, das Wohnzimmer hatte sich in eine Spielzeugstadt verwandelt.
Neben der großen fünfstöckigen Pyramide, die sich langsam drehte, standen Wichtel-und Räuchermännchen, hölzerne Weihnachtsmänner, eine Kompanie großer und kleiner Nußknacker und kleine Häuschen gruppierten sich um einen stolzen Kirchturm.
Vom Couchtisch aus beaufsichtigte Obernußknacker Max seine Truppen und die Riesenschüssel mit Wall-und Haselnüssen.
Nur der Tannenbaum fehlte noch. Er wartete auf der Veranda geduldig auf seine großen Tage.
Vati und Mutti Weinert waren zum Einkaufen.
Martina, die 15 Jährige, hütete ihre jüngeren Geschwister, die vor dem Fernseher hockten und einen Trickfilm nach dem anderen sahen.
Die große Schwester blätterte gähnend in einem Jugendmagazin, das neben ihr auf der Couch lag und ließ Max Nüsse für alle knacken.
"Aua, aua", schrie Max auf, als sie ihm eine besonders dicke Walnuß in den Mund schob. "Aua, aua!"
Martina erschrak. Und mit ihr auch Julia und Karsten.
"Was war das?", wollte Julia wissen. Martina zuckte mit den Schultern.
"Das kam doch von Max", war Karsten sicher.
Martina nahm den Nußknacker in die Hand und begutachtete ihn von allen Seiten. Sie konnte nichts entdecken.
"Laß mich mal", nahm ihr Karsten den hölzernen Gesellen aus der Hand.
Auch er drehte und wendete ihn. Aber nichts. Nur das leise Jammern und Stöhnen "Aua, aua!"
Karsten blickte dem Nußknacker in die Augen und sah ihm dann in den Mund. Und was er da entdeckte... Auweia, auweia.
"Was machen wir jetzt?", Martina war ratlos.
Der fast ein Meter große Max verzog schmerzhaft das Gesicht.
Vielleicht kann Onkel Jörg helfen.
Jörg Broser, der Nachbar, bat die Kinder reinzukommen. Seine Frau goß ihnen heißen Kakao ein und Jörg verschwand mit dem Nußknacker in Richtung Keller.
Als er von dort zurückkam, stieß er im Hausflur mit den Weinerts, die vollgepackt vom Einkauf zurückkehrten, zusammen.
"Was machst Du denn mit unserem Nußknacker?", wunderte sich Frau Weinert.
"Wußtest Du nicht, daß ich Zahnarzt bin?", antwortete er lächelnd. "Eure Kinder sitzen bei uns im Wartesaal."


