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Der dicke Weihnachtsmann![]() 30 Geschichten zum Weihnachtsfest |
Liisa Hyttynen
Das Weihnachtsfest rückte immer näher.
Bei den Weinerts war längst alles festlich geschmückt.
In den Fenstern hingen leuchtende Sterne und weisse Schneeflocken, an der Wohnungstür ein Tannenkranz, das Wohnzimmer hatte sich in eine Spielzeugstadt verwandelt.�
Neben der grossen fünfstöckigen Pyramide, die sich langsam drehte, standen Wichtel-und Räuchermännchen, hölzerne Weihnachtsmänner, eine Kompanie grosser und kleiner Nussknacker und kleine Häuschen gruppierten sich um einen stolzen Kirchturm.
Vom Couchtisch aus beaufsichtigte Obernussknacker Max seine Truppen und die Riesenschüssel mit Wall-und Haselnüssen.
Nur der Tannenbaum fehlte noch. Er wartete auf der Veranda geduldig auf seine grossen Tage.
Vati und Mutti Weinert waren zum Einkaufen.�
Martina, die 15 Jährige, hütete ihre jüngeren Geschwister, die vor dem Fernseher hockten und einen Trickfilm nach dem anderen sahen.
Die grosse Schwester blätterte gähnend in einem Jugendmagazin, das neben ihr auf der Couch lag und liess Max Nüsse für alle knacken.�
"Aua, aua", schrie Max auf, als sie ihm eine besonders dicke Walnuss in den Mund schob.
"Aua, aua!"
Martina erschrak. Und mit ihr auch Julia und Karsten.
"Was war das?", wollte Julia wissen. Martina zuckte mit den Schultern.�
"Das kam doch von Max", war Karsten sicher.
Martina nahm den Nussknacker in die Hand und begutachtete ihn von allen Seiten. Sie konnte nichts entdecken.
"Lass mich mal", nahm ihr Karsten den hölzernen Gesellen aus der Hand.
Auch er drehte und wendete ihn. Aber nichts. Nur das leise Jammern und Stöhnen "Aua, aua!"
Karsten blickte dem Nussknacker in die Augen und sah ihm dann in den Mund. Und was er da entdeckte... Auweia, auweia.�
"Was machen wir jetzt?", Martina war ratlos.�
Der fast ein Meter grosse Max verzog schmerzhaft das Gesicht.
Vielleicht kann Onkel Jöörg helfen.
Jörg Broser, der Nachbar, bat die Kinder reinzukommen. Seine Frau goss ihnen heissen Kakao ein und Jörg verschwand mit dem Nussknacker in Richtung Keller.
Als er von dort zurückkam, stiess er im Hausflur mit den Weinerts, die vollgepackt vom Einkauf zurückkehrten, zusammen.
"Was machst Du denn mit unserem Nussknacker?", wunderte sich Frau Weinert.
"Wusstest Du nicht, dass ich Zahnarzt bin?", antwortete er lächelnd. "Eure Kinder sitzen bei uns im Wartesaal."