Weihnachten

Der verzauberte Schlitten





Weihnachtsgeschichte von Erika Daborer

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Der verzauberte Schlitten


Leichte Schneeflocken fallen vom Himmel. Der Boden ist schon weiß bedeckt.
Die Kinder des Dorfes toben im Schnee und veranstalten sogleich eine Schneeballschlacht. 
Auch die Erwachsenen können sich nicht zurückhalten und machen mit.
Einige Kinder versuchen einen Schneemann zu bauen, andere mit dem Schlitten den Hügel herunter zu rutschen. 

Es ist schon lange her, daß es am Vorabend von Weihnachten
geschneit hat. 

Als es dunkel wird, geht einer nach dem anderen nach Hause.
Auch Lisa und Tom. 
Beide stehen sie am Fenster ihres Zimmers und sehen noch lange auf dem Spielplatz, wo der Schneemann jetzt alleine steht. 

Tom muß niesen. Er hat sich wohl eine kleine Verkühlung geholt! 
Er wollte gerade zu Bett gehen, da sagt Lisa zu ihm: 
"Schau, dort draußen am Waldrand, da ist irgend etwas!'' 
Tom geht zum Fenster und schaut in die Richtung, die ihm Lisa zeigt. 
Er meint:
"Es sieht aus wie ein kleines Licht, aber es ist zu weit weg, als das man erkennen kann, was es ist! Komm, laß uns nachsehen, was es ist!" 
Sie ziehen sich warm an und gehen leise aus dem Haus. 

Da muß Tom noch mal niesen. Beide bleiben stumm stehen, in der Hoffnung, daß ihre Eltern nicht wach geworden sind. 
Dann nehmen sie ihren Schlitten und gehen los. 

Es hat auch wieder aufgehört zu schneien. 
Lisa und Tom kommen dem Licht immer näher. Sie stellen ihren Schlitten hin und gehen vorsichtig den Hügel hinauf. 
Nun wird es immer heller! 
Lisa und Tom legen sich in den Schnee und schleichen sich leise heran. 
Als sie nahe genug sind, können sie ihren eigenen Augen nicht trauen! 
Zum erstenmal in ihrem Leben sehen sie den Weihnachtsmann!
Er sitzt in seinem Schlitten. Doch er ist keineswegs froh, wie wir es von einem Weihnachtsmann gewohnt sind! 
Lisa und Tom bemerken sofort, daß er traurig ist. 

Sie beschließen, zum Weihnachtsmann zu gehen. 
Als sie sich ihm nähern, fragen sie:
"Lieber Weihnachtsmann, was hast du? Warum bist du so traurig?'' 

Da sieht er Lisa und Tom an und sagt:
"Ach Kinder, ich bin deshalb so bedrückt, weil ich die Geschenke für die Kinder nicht verteilen kann!'' 

Was denn passiert sei, wollen Lisa und Tom wissen! 
Da erzählt er ihnen, was ihm vorgefallen war. 

"Als ich hier kurz anhalten wollte, kam ein kleiner Wicht vorbei. Er fragte mich, was ich hier tue! Ich sagte ihm, daß ich den braven Kindern die Geschenke  bringe! Der Wicht meinte darauf, daß er auch ein Geschenk davon haben möchte. Ich erklärte ihm, daß es nicht ginge, denn es sind Geschenke, die sich die Kinder gewünscht haben, und ich kann nicht einem Kind das Geschenk wegnehmen! Daraufhin wurde der Wicht zornig, er sprang hin und her, schimpfte, tobte und verzauberte meinen Schlitten! Dann verschwand er wieder, ohne ein Wort zu sagen. Jetzt sitze ich hier, und weiß nicht, wie ich die Geschenke den Kindern verteilen soll!" 

Da sieht Lisa ihren Bruder Tom an, will gerade etwas sagen, da muß Tom wieder niesen! Plötzlich hören sie am Waldrand ein Knattern! Tom und Lisas Herz klopft im Hals! Sie haben Angst, der Wicht könne zurück kommen! Dann sehen sie auf einmal einen Schneehasen vorbei hoppeln. Da fiel ihnen ein Stein von Herzen und Lisa sagt zu Tom:
"Wir müssen dem Weihnachtsmann helfen! Komm, wir gehen unseren Schlitten holen!" 

Als sie zurück sind, sagen sie zum Weihnachtsmann:
"Wir haben eine Idee, wie du die Geschenke doch noch den Kindern bringen kannst! Hier auf unseren Schlitten kannst du ein paar Geschenke legen. Wir müssen öfter gehen, weil der Schlitten nicht so groß ist! Wir ziehen von Haus zu Haus und du kannst die Geschenke verteilen!" 

Der Weihnachtsmann findet die Idee der Kinder sehr gut und legt auch gleich ein paar Geschenke auf deren Schlitten und gehen los. 
So maschieren sie die halbe Nacht durch und holen immer wieder so viele Geschenke, wie auf dem Schlitten Platz haben, und gehen von Haus zu Haus. 

Als sie an einem kleinen Haus vorbei kommen, hören sie plötzlich einen Hund bellen und sehen, wie die Lichter angehen! Der Weihnachtsmann, Lisa und Tom erschrecken und verstecken sich gleich hinter einem großen Laubhaufen! 
Der Besitzer kommt heraus um nachzuschauen, was da ist! Aber er kann nichts sehen. Er beruhigt seinen Hund und geht wieder zu Bett. 
Lisa, Tom und der Weihnachtsmann warten eine Weile bis alles still wurde und gehen dann leise am Haus vorbei. 

Die Kinder werden müde und der Weihnachtsmann sagt ihnen, sie sollen sich auf den Schlitten setzen und die Geschenke gut festhalten! 
Als der Weihnachtsmann zum Haus von Lisa und Tom kommt, bemerkt er, das sie eingeschlafen sind. 
Vorsichtig trägt er sie ins Haus und legt sie auf das Sofa im Wohnzimmer. Danach legt er die Geschenke unter dem Baum. Für Lisa und Tom noch zusätzlich zwei, als Dankeschön, daß sie ihm geholfen haben, dazu! 
Denn ohne ihre Hilfe hätten die anderen Kinder keine Geschenke bekommen! 

Der Weihnachtsmann kehrt dann zu seinem Schlitten zurück. 

Da muß er auf einmal niesen und plötzlich ist der Wicht wieder zur Stelle. 
ER geht um den Schlitten herum und wundert sich, wo all die Geschenke abgeblieben sind und fragt den Weihnachtsmann.
"Die haben wir verteilt!"
Da ärgert sich der Wicht noch mehr als zuvor. 

Der Weihnachtsmann aber hat es eilig, denn er muß nach Hause zurück. Mit einem verzauberten Schlitten kann er aber nicht fliegen.

"Hast du Lust, mit mir eine Runde mit dem Schlitten zu fahren? Aber das geht nur, wenn du den Zauber löscht!"

Und ob der Wicht wollte.
Sie setzen sich, der Weihnachtsmann nimmt die Zügel in die Hand und schon fliegen sie über die Dächer der Dorfes. 

Als sie wieder landen, bedankt sich der Wicht und sagt:
"Das war mein schönstes Geschenk!" und verschwindet. 

Der Weihnachtsmann ist glücklich, daß es für alle gut ausgegangen ist! 
Er hebt mit dem Schlitten ab und fliegt über das Haus von Lisa und Tom hinweg!