Weihnachten

Der Brief aus dem Wald





Weihnachtsgeschichte von Liisa Hyttynen

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Der Brief aus dem Wald


Anne war verrückt nach allem, was mit Eis anfing: 
Eisbecher, Eisbonbon, Eistee

Nie konnte sie genug davon kriegen. Und wenn ihre Mutti das Zauberwort Eis... aussprach, kam Anne sofort angerannt.
Nur vor einem Eis... fürchtete sich das Mädchen sehr: Vor eisigem Winterwetter.

Die Eltern hatten im Laufe der Jahre alles versucht, um die Kleine im Winter ins Freie zu locken. Vergebens.
Anne fror und weinte bei der gemeinsamen Schneeballschlacht, sie jammerte beim Schlittenfahren und bei der Kutschfahrt durch den weißen Winterwald flossen die Tränen.

Wenn andere Kinder draußen im Schnee tollten, saß Anne mit ihrem Eistee am Fenster, lutschte Eisbonbons und sah ihnen zu.
Mutti und Vati waren verzweifelt. Keinen Schritt setzte ihre Tochter im Winter vor die Tür. Sie mußte auch zur Schule gefahren und von dort wieder abgeholt werden. 
So konnte das nicht weitergehen! 
Annes Klassenlehrerin, Frau Westpfahl, hatte eine Idee...

Am Weihnachtstag brachte der Postbote einen Brief für Anne. 
Neugierig riß das Mädchen den Brief auf und las:

Liebe Anne,
leider kann ich in diesem Jahr keine Geschenke bringen. Ich bin vom Renntier gestürzt und habe mir ein Bein gebrochen. 
Bitte hole deshalb Dein Paket bei mir ab. 
Ich wohne in der Mitte des Waldes in einem kleinen Haus und warte auf Dich.
Der Weihnachtsmann

Einen Augenblick stand Anne betroffen da und kämpfte mit den Tränen, dann zog sie sich wortlos den dicken Anorak und die warmen Stiefel an und setzte ihre Pudelmütze auf. 
Entschlossen zog sie ihre Eltern hinter sich her. 
Die Drei liefen durch den Wald bis zu einer kleinen Jagdhütte. Und Anne erhielt ihr Geschenk und auch ein paar Eisbonbons.

Als sie am Abend müde und überglücklich ihren Eltern "Gute Nacht" sagte, murmelte sie: "Warum tragen eigentlich Weihnachtsmänner Frauenstiefel?"