Ostern

Osterspaziergang von Johann Wolfgang von Goethe

 
Web www.bookanddrink.com

Feste feiern

Frauen-und Muttertag
Halloween
Herren-und Vatertag
Ostern
Valentinstag
Weihnachten

Lesen

Anekdoten
Aphorismen
Autorenlexikon
Bücher
Comics + Cartoons
eBooks
Literatur im Netz
Literatur-News
Märchen
Online-Romane
Palindrome
Rezensionen
Sommerliches
Sprichwörter
Zeitschriften
Zeitungen

Spiele

Basteln
Kinderlieder
Kinderspiele
Malen
Märchenrätsel
Scherzfragen
Worträtsel
Zungenbrecher

SocialPower.net - Das Online-Spenden-Netzwerk

| Ostern | Osterkalender 2006 mit Basteltipps | Osterkalender 2007 mit Ostermärchen | Osterkalender 2008 mit Leckereien | Sprüche zu Ostern | Frühlingslieder | Ostergedichte | Osterbräuche |

| Ostergedichte | | Auf ein Ei geschrieben | April, April | Osterhäschen dort im Grase | Ostern | Osterspaziergang | Storch und Osterhase |


Osterspaziergang

Johann Wolfgang von Goethe, Faust I



Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Im Tale grünet Hoffnungsglück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises

In Streifen über die grünende Flur.

Aber die Sonne duldet kein Weißes,

überall regt sich Bildung und Streben,

Alles will sie mit Farben beleben;

Doch an Blumen fehlts im Revier,

Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen

Nach der Stadt zurück zu sehen!

Aus dem hohlen finstern Tor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,

Denn sie sind selber auferstanden:

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,

Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,

Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,

Aus der Straßen quetschender Enge,

Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht

Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge

Durch die Gärten und Felder zerschlägt,

Wie der Fluß in Breit und Länge

So manchen lustigen Nachen bewegt,

Und, bis zum Sinken überladen,

Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden

Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,

Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!