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Manu Berg "Das Balg"





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Tom und Tina waren irritiert. 
Ihre Mutti, die sonst so viel Ruhe ausstrahlte, war völlig aufgelöst. 
"Geht es dir nicht gut. Mutti", wollte Tom wissen. "Komm, setz dich hin!"
Tina flitzte ins Bad und holte einen nassen Lappen, den sie der Mutti auf die Stirn legte. "So besser", erkundigte sich die Kleine besorgt.
"Ja. Schon wieder gut. Ich bin nur ein bißchen müde."

Als die Kleinen mit dem Essen fertig waren, kam Ina endlich. 
Hanna ließ ihr kaum Zeit zum Ausziehen, sondern schleifte sie gleich in die Küche. 
"Ich habe noch keinen Hunger. Warum warten wir nicht bis Vati kommt", begehrte Ina auf. "So wie immer?"
"Das geht nicht. Vati bringt Onkel Bernd mit..."

Ina sah Hanna an und diese ihre Tochter und beide verstanden sich ohne Worte.
Das Mädchen nahm eine Teewurststulle und ein Apfelstück, verzog sich ins Kinderzimmer und verschloß die Tür hinter sich.

Gerade noch rechtzeitig.
Es klingelte. Zweimal kurz, einmal lang, einmal kurz. Peter Steiner. Hanna ging öffnen.

"Na meine Süße, ich habe uns lieben Besuch mitgebracht", lallte Peter. Bernd herzte Hanna auf die Wange. Seine Bierfahne schlug ihr entgegen. Angeekelt drehte sie sich weg und eilte in die Küche.

Gut, daß Anna sie vorgewarnt hatte. 
Kurz nach Vier hatte es geläutet. Anna. 
Peter und ihr Mann seien im "Forsthaus". Als sie Schichtschluß hatte, sie arbeitet dort als Köchin, seien beide schon ziemlich angeheitert gewesen. Sie hätten ihr zugegrölt, daß sie später noch zu Steiners wollten. 

"Mutsch, wir haben Hunger. Mach uns mal was Leckeres." 
Peter legte den Arm um seine Frau. Er hing auf ihren Schultern wie Blei.
Aus dem Kühlschrank holte er die Flasche Wodka, die er neulich im Wald von Kritzberg günstig von Sowjetsoldaten erstanden hatte und marschierte Richtung Wohnzimmer.
"Ihr habt doch schon genug getrunken", murmelte Hanna. 
"Halt die Klappe", entgegnete Peter barsch.

Hanna belegte Brote mit Gehacktem, viel Zwiebeln und Knoblauch, so wie Peter es mochte und brachte den Teller in die gute Stube.
Die Männer unterhielten sich lautstark. 

"Ganz schön knackig noch deine Hanna", schnalzte Bernd anerkennend mit der Zunge. 
"Fast so wie die Brote! Hahaha..."
Peter gab Hanna einen derben Klaps auf den Po. "Hat sich gut gehalten, mein Dickerchen. Hahaha..."

Hannas Gesicht lief rot an. Sie wollte schnellstens in die Küche zurück.


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