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"Kinder, wir essen!"
"Aber Papa ist doch noch gar nicht zu Hause", protestierte Tom. "Ohne Papa esse ich nicht", stellte er sich bockig.
"Papa kommt heute später und bringt Onkel Bernd mit. Es ist besser, wenn ihr dann schon im Bett seid."
"Aber, ich wollte ihm meine Eins in Mathe zeigen", jammerte der Junge.
"Kein aber. Morgen ist auch noch ein Tag", vertröstete ihn die Mutter.
Tom und Tina setzten sich widerwillig an den Küchentisch. Hanna stellte einen Teller mit Stullen in die Mitte und schnitt einen Apfel auf.
"Wo bleibt Ina nur?"
Besorgt sah sie auf den Stundenplan, der mit Reißzwecken an die eine Seite der
Holzverkleidung des Küchenschrankes gepinnt war.
"Oh je, sie hat bis halb sieben Chor."
Unruhig lief Hanna in der Küche hin und her. Vom Fenster zur Tür, von der Tür zum Fenster. Dort blieb sie kurz stehen und sah hinaus. Dann nahm sie den Lappen aus der Spüle und wischte hastig die Schränke ab.
Unnötig. Sie hatte sie gerade erst am Wochenende poliert. So wie die ganze Wohnung.
Gerd, Peters Bruder, und seine Sippe aus Gera waren angereist.
Und Hanna hatte alles getan, um der Schwägerin nicht unnötig Stoff für Klatschtiraden zu liefern.
Cora mit ihrer piepsigen Mäusestimme konnte einem den letzten Nerv rauben. Diese falsche Schlange!
Aber Peter hatte eine Schwäche für dieses aufgetakelte Weib und ließ nichts auf sie kommen.
Wenn Hanna nur an das letzte Mal, als sie bei Gerd waren dachte, standen ihr die Haare zu Berge.
Cora hatte jedem eine halbe Stulle zum Abendbrot geschmiert. Mehr gäbe der Kühlschrank nicht her. Als sie dann anfing, sie müsse mit Gerd im Auto schlafen, weil der Platz nicht reichen würde, hatte Hanna einfach ihre Sachen und Kinder geschnappt und war wie eine Rakete aus der Wohnung gestürmt.
Sie hatten dann am Auto auf Peter gewartet. Der kam eine halbe Stunde später und hielt Hanna auf offener Straße eine Gardinenpredigt. Was sie sich einbilde?! So könne sie doch nicht mit Menschen umgehen! Kein einziges böses Wort über Cora.
weiter
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