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Dann klingelte es. Frau Wuttke beschwerte sich über den Lärm und drohte, die Polizei zu rufen. Peter beruhigte sich und setzte sich vor die Flimmerkiste.
Ich traute mich erst aus dem Bad, als er sich ins Schlafzimmer zurückgezogen hatte und von dort kein Laut mehr kam. Am nächsten Morgen tat er so, als sei nichts geschehen. Und kein Wort über das Kind.
Zum Glück kam er damals nur alle vier Wochen aus Riesa nach Hause. Mehr hätte ich nicht verkraftet. Oft ging er gleich in die Kneipe. Wenn er zurück kam, stellte ich mich schlafend. Für gewöhnlich half das. Aber nicht immer.
Als Ina geboren war, schien alles besser zu werden.
Zunächst zumindest. Peter badete die Kleine manchmal sogar.
Aber als dann der Lehrgang zu Ende war und er in Alttal diesen Posten übernahm.... Regelmäßig zieht er seither mit seinen Genossen um die Häuser. Zwei, nicht selten dreimal, wöchentlich. Und kommt besoffen nach Hause... "
Frau Ebel war schockiert. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Hatte sie sich so in ihrem Schwiegersohn geirrt? Was hatte dieser Schweinehund ihrer Tochter angetan und warum nur hatte sie von alledem nichts mitbekommen?
"Du mußt dich scheiden lassen. Sofort", forderte sie entschieden und wollte ihren Arm tröstend um ihre Tochter legen.
Die aber entzog sich ihr, stand auf und lief wieder wie aufgezogen im Zimmer umher.
"Aber Mutti, das geht nicht. ... Ich liebe ihn doch."
"Was? Du liebst ihn auch noch? Einen Mann, der dich schlägt? Du mußt ihn anzeigen!"
"Ich bin doch an allem schuld. Hätte ich Klaus nicht in die Wohnung gelassen... ", erwiderte Hanna kaum hörbar.
"Nonsens!"
Frau Ebel trat ihrer Tochter in den Weg und zog sie an sich. Hanna wehrte sich. Nur kurz. Dann ließ sie es geschehen.
Das tat gut und befreite. Es dauerte lange, bis die junge Frau sich beruhigt hatte.
Ihre Mutter holte die Glaskaraffe mit dem selbstangesetztem Kirschlikör. Hanna liebte den zarten Mandelgeschmack des Likörs, der durch die zerkleinerten Kirschkerne entstand, die die Mutter dem Ansatz beizufügen pflegte.
Frau Ebel füllte zwei Gläser randvoll.
"Komm, ein Likörchen beruhigt", ermunterte sie ihre Tochter.
Hanna kippte ihr Glas in einem Zug hinter, leckte sich die Lippen und goß neu ein.
über Frau Ebels fahles Gesicht huschte ein Lächeln.
Sie griff nach Hannas rechter Hand und fragte:
"Und was willst du jetzt tun? Wie soll es weitergehen?"
Hanna zuckte ratlos mit den Schultern.
"Heute bleibst du erst mal bei mir und überschläfst alles. Der Morgen ist klüger als der Abend. Irgendeine Lösung wird sich schon finden!"
Hanna nickte mechanisch.
"Steh mal auf, damit ich dir das Bett machen kann." Frau Ebel warf einen Blick auf die Uhr, die über dem Büfett hing. "Was, schon halb drei? Höchste Zeit!"
weiter
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