Manu Berg "Das Balg"





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Ach, der Peter. Beim Tanz im Dorfkrug hatte sie sich in den feschen dunkelhaarigen Soldaten, der in Alttal seinen Grundwehrdienst leistete, verguckt.
Sie war das erste Mal aus gewesen. Ihre Freundin Gerda, die wie sie Verkäuferin lernte, hatte sie mitgeschleift.

Peter hatte am Nachbartisch, ihr schräg gegenüber gesessen und als sich ihre Blicke kreuzten, war es um beide geschehen.
Von da an verbrachten sie jeden seiner Ausgänge gemeinsam.
Und als der Armeedienst vorbei war, kehrte Peter nicht mehr ins heimatliche Sachsen zurück.
Er fand eine Anstellung bei der Feuerwehr in Alttal und sie heirateten.

Gerda und ihr Mann Hans waren Trauzeugen.
Die ersten drei gemeinsamen Jahre waren wunderschön.
Hanna fühlte sich wie im siebenten Himmel.;
Für Peter liess sie ihre langen, dicken Zöpfe abschneiden und das Haar vom Friseur in moderne Wellen legen.

Kaum einen Schritt tat sie ohne ihn. Sie waren viel mit dem Motorrad, einer alten RT, unterwegs und genossen ihr Leben zu zweit.

Manchmal stichelte Peter, wann sie denn endlich schwanger werde. Er wünschte sich viele Kinder: drei, vier, fünf. Sie lieber nur zwei. Das jedoch tat ihrer Liebe keinen Abbruch.

Dann wurde Peter zu dieser Weiterbildung nach Riesa geschickt. Er kam selten nach Hause.

Einsamkeit und Sehnsucht zermürbten Hanna. In die Dorfkneipe, in der sich die Jugend traf, traute sie sich nicht.
Peter hätte es nicht gewollt.
Gerda und Hans waren nach Alttal gezogen. Sie sah die beiden nur noch selten. 
Ständig bei ihrer Mutter rumhängen, wollte Hanna auch nicht. So blieb sie brav zu Haus. Auch wenn ihr fast die Decke auf den Kopf fiel.

An Mutters 50. Geburtstag saß Klaus mit an der Kaffeetafel. Klaus war Künstler, Maler.
Er wollte weg aus der grossen Stadt und auf dem Land neue Anregungen für seine Bilder finden. Deshalb hatte er die wenig gemütliche Dachkammer der Mutter gemietet.

Es war Hannas erste Begegnung mit der Kunst und sie war fasziniert. Von den Bildern und dem Menschen.
Klaus war gut zehn Jahre älter als sie. Nicht besonders hübsch. Eher ein Durchschnittstyp. Gelernter Junggeselle, wie er scherzend behauptete.

Für Hanna wurde er zum guten Freund.

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