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Wilde Schwäne


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Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten zwei Kinder, ein Mädchen und einen Buben.
"Töchterchen", sagte die Mutter "wir gehen jetzt zur Arbeit. Gib acht auf dein Brüderchen. Spiel nur auf dem Hof. Wir bringen dir auch ein buntes Tüchlein mit!"
Als die Eltern fort waren, setzte das Mädchen ihren Bruder vor dem Fenster ins Gras und lief auf die Straße spielen. Da kam ein Zug wilder Schwäne daher, die hoben den Jungen in die Höhe und trugen ihn mit sich fort.

Als das Mädchen zurückkehrte, war ihr Brüderchen weg. So sehr sie auch rief und weinte, der Junge ließ sich nicht sehen. Sie lief hinaus aufs freie Feld und sah in der Ferne, hinter den Wäldern, einen Zug wilder Schwäne verschwinden. Sie hatte schon viel Böses von den wilden Schwänen gehört und ahnte nun, wer ihr Brüderchen mitgenommen hatte.
Verzweifelt lief das Mädchen den Schwänen hinterher. Nach einer Weile kam es an einen Ofen.
"Ofen, kannst du mir nicht sagen, wo die wilden Schwäne hingeflogen sind?"
Der Ofen antwortete: "Iß erst von meinem Roggenfladen, dann sag ich es dir."
"Ich mag aber keinen Roggenfladen. Wir essen zu Hause immer Weizenbrot!" So also schwieg der Ofen.
Sie lief weiter und kam zu einem Apfelbaum:
"Apfelbaum, kannst du mir nicht sagen, wo die wilden Schwäne hingeflogen sind?"
"Iß einen meiner Holzäpfel, dann sag ich es dir!"
"Wir haben zu Hause viele süße Äpfel", entgegnete das Mädchen. Auch der Apfelbaum schwieg.
Als das Mädchen wider ein ganzes Stück gelaufen war, kam es an einen Milchfluß mit Ufern aus Grütze.
"Sag mir Milchfluß, wo sind die wilden Schwäne hingeflogen?"
"Koste von meiner schlichten Grütze, dann will ich dir weiter helfen!"
"Bei meinem Vater gibt es süße Sahne", erwiderte das Mädchen.

Weiter lief es durch Wälder und Felder. Als es Abend wurde, wollte sie umkehre. Da sah sie eine kleine Hütte, die auf einem Hühnerbein stand und sich um sich selber drehte. Drinnen saß die Baba-Jaga und spann. Neben ihr saß das kleine Brüderchen und spielte mit silbernen Äpfelchen.
"Guten Tag Großmütterchen!"
"Guten Tag Mädchen, was willst du hier?"
"Mein Kleid ist so naß, ich möchte mich ein wenig wärmen!"
"Dann setz dich hier hin und spinn so lange", sprach die Baba Jaga und ging hinaus. Das Mädchen begann zu spinnen. Plötzlich kam ein Mäuslein unterm Ofen hervor und wisperte: "Mädchen, kleines Mädchen, gib mir ein wenig Brot. Ich will dir etwas Wichtiges sagen!" Das Mädchen gab ihm Brot. Das Mäuschen piepste:
"Die Baba-Jaga heizt das Badehaus ein. Drin will sie dich seifen und schrubben, dann steckt sie dich in den Ofen, brät dich schön gar und frißt dich dann mit Haut und Haar."
Da fing das Mädchen bitterlich zu weinen an und zitterte vor Angst. Das Mäuschen aber mahnte:
"Beeile dich, nimm dein Brüderchen und lauf davon. Ich will für dich weiterspinnen!"
Das Mädchen nahm den kleinen Bruder auf den Arm und lief so schnell es konnte, davon. Die Baba-Jaga aber kam ans Fenster und fragte: "Spinnst du, Mägdelein?" "Ja Großmütterchen", antwortete das Mäuschen.
Als im Badehaus das Feuer loderte, wollte die Baba-Jaga das Mädchen holen. Aber es war verschwunden.Sie wütete und rief:
"Ihr wilden Schwäne fliegt aus und holt mir die beiden wieder nach Haus!" Als das Mädchen am Fluß angekommen war, sah es die wilden Schwäne kommen. Sie bat den Fluß:"
"Lieber Fluß, bitte verbirg uns vor den Schwänen!" "Iß erst von meiner schlichten Grütze!" Das Mädchen tat, wie ihm geheißen und der Fluß versteckte die Geschwister im Schatten seiner Ufer.

Die wilden Schwäne sahen die Kinder nicht und flogen weiter und auch die Geschwister setzten ihren Weg fort. Da aber kehrten die Schwäne um und kamen den Kindern entgegengeflogen. Groß war die Not. Doch da stand der Apfelbaum. "Lieber, guter Apfelbaum, bitte verbirg uns!" "Iß erst von meinen Holzäpfeln!"

Das Mädchen tat es und der Apfelbaum deckte die Kinder mit seinen Blättern zu. Die wilden Schwäne flogen vorbei und das kleine Mädchen lief mit seinem Brüderchen auf dem Arm weiter. Sie waren nicht mehr weit vom Elternhaus entfernt, da stürzten die Schwäne laut krächzend vom Himmel herab. Das Mädchen rannte zum Backofen. "Bitte, bitte, verbirg uns!" "Iß erst von meinem Roggenfladen!" Das Mädchen steckte einen Fladen in den Mund und kroch mit dem Bruder ins Ofenloch. 
Die Schwäne umschwirrten den Ofen, mußten dann aber endlich unverrichter Dinge abziehen. Das Mädchen bedankte sich beim Ofen und kehrte mit ihrem Bruder heim. Bald darauf kamen auch die Eltern zurück.

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