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Das Ungeheuer

von A. Tolstoi    (aus dem Russischen nacherzählt von C.Kiaupa)


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MondEin Ungeheuer saß auf dem Baumstumpf und zählte mit den Krallen die Sterne.
"Eins, zwei, drei, vier."
Der Kopf des Ungeheuers war wie bei einem Hund, der Schwanz kräftig und kahl.
"Fünf, sechs, sieben."
Die Sterne erloschen und an ihre Stelle am Himmel traten schwarze Löcher. Und als ob das Ungeheuer es so brauchte, tauchte in den Löchern Regen auf.
Der Regen brachte Nässe und Dunkelheit auf die Erde.

Wie war da das Ungeheuer froh und es ging ins Dorf, um die Menschen zu schädigen.
Es hatte lange gezählt und schon Hühneraugen an den Krallen.
Plötzlich wurde es von einem betrunkenen Schneider entdeckt.
"Hilfe ein Scheusal!"
Er lief hinter den Strauch zum Mond um sich zu beklagen. Aus der Nähe kam der Vollmond herbei, hüpfte über das Ungeheuer und ließ nicht zu, daß es die Sterne auslöschte.
Das Ungeheuer griff mit den Krallen nach den Sternen, der Mond stellte sich davor.
Wütend schlug das Ungeheuer mit dem Schwanz um sich. Der Mond versuchte zurückzustoßen und fletschte die Zähne.
Es wurde still im Wald. Und der Mond langte wie er nur konnte mit den Zähnen nach dem Ungeheuer.
Der Hunderachen des Ungeheuers schnappte nach dem Mond, biß eine Hälfte ab und verschluckte sie.
Der verwundete Mond bäumte sich vor Schmerzen und verhüllte sich mit Wolken.
Und das Ungeheuer jammerte kläglich. Die Blätter der Bäume fielen herab.
Im Bauch des Ungeheuers tollte die abgebissene Mondhälfte herum und das Ungeheuer wand sich hin und her. Und hatte so oder so keine Ruhe.
Es lief zum Fluß und ließ sich ins Wasser plumpsen. Silbernes Wasser spritzte über. Es war ein kühler Tag. Das Ungeheuer krümmte sich. Nixen, so klein wie Gründlinge, schwammen herbei. Sie starrten das Ungeheuer an, erschraken und schwammen näher heran und sprachen:
"Der Mond, der Mond ist erschienen."
Das Ungeheuer strengte sich noch einmal an, tauchte auf , setzte sich und fiel tot um.

Die Nixen ergriffen den hellblauen Mond und zogen ihn aus dem Strudel.
Am Tag wurde der Fluß hell, klar und fröhlich.
Und dem Mond, der hinter den Wolken saß, wuchs eine neue Seite an. Er fuhr fort zwischen den Sternen am blauen Himmel zu wachen.
Es zeigte sich nicht das erste Mal, Seiten kann man aufziehen.

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