(vorgestellt von Vivien K.)
In einer griechischen Stadt tauchen plötzlich seltsame Herren auf: Männer aus der Zeitbank, die den Menschen vorgaukeln, Zeit zu sparen, um sie ihnen zu rauben.
Und die Folgen sind verheerend. Obwohl die Menschen immer mehr Zeit sparen, wird sie immer weniger.
Momo, die Hauptperson des Buches, tritt mutig den Kampf gegen die grauen Herren an. Meister Hora, der Geber des Lebens, unterstützt sie.
Momo ist ein ca. 10 Jahre altes, armes Mädchen, das alleine, ohne Eltern in einem alten Amphitheater wohnt.
Aber Momo ist nicht einsam, sie hat viele Freunde, junge und ältere.
Das Mädchen hat pechschwarze, wilde Locken, die
aussehen, als hätten sie nie eine Bürste gesehen.
Ihre Augen sind fast so dunkel, wie ihre Füße. Schuhe hat sie nicht.
Alles, was ihr gehört hat sie gefunden oder von anderen geschenkt
bekommen. Momo trägt einen langen, bis zu den Knöcheln reichenden
Flickenrock und eine alte, viel zu große Männerjacke.
Aber Momo besitzt eine besondere Gabe: Sie kann zuhören. Richtig zuhören können nur ganz wenige Menschen. Vor allem heutzutage, in einer Zeit voller Eile und Unruhe, in der sich jeder bemüht, in Ruhe sein eigenes Leben zu leben, ist zuhören zu können wirklich ein besonderes Talent.
Momo kann so zuhören, daß Dumme auf einmal sehr
schlaue Gedanken bekommen. Das liegt nicht daran, daß das Mädchen
etwas besonderes sagt oder fragt. Nein, wirklich nicht.
Sie sitzt einfach nur da, schaut den Erzähler an, hört sehr genau
und sehr mitleidig zu und wie durch ein Wunder fallen dem Erzählenden
dann Dinge ein, von denen er vorher keine Ahnung hatte.
Momos liebste Kameraden sind Beppo Straßenkehrer und
Girolamo.
Beppo ist ein alter Mann, der eigentlich einen ganz anderen Nachnamen
hat. Doch er wird Straßenkehrer genannt, weil das sein Beruf ist.
Der Alte ist recht klein und bewegt sich nach vorne gebeugt, so daß
er nur ein wenig größer als Momo ist. Viele Menschen halten ihn für
einfältig, weil er immer nur gutmütig lächelt, wenn er etwas
gefragt wird. Wenn er eine Antwort nicht für notwendig hält, bleibt
er sie schuldig. Doch, wenn er meint antworten zu müssen, überlegt
er sich vorher genau, was er sagt. Oft vergehen ein paar Stunden,
manchmal der ganze Tag bis er sich zu einer Antwort durchringt.
Bis Beppo antwortet hat der Fragesteller sein Anliegen meist längst
vergessen und manchmal klingen seine Antworten auch seltsam.
Warum er so ist? Er glaubt, daß Lügen schuld am Elend auf der Erde
sind. Absichtliche, aber auch versehentliche, die nur aus Eile oder
Unachtsamkeit gesagt werden.
Der andere Freund von Momo ist nicht nur jung, sondern auch sonst das
ganze Gegenteil von Beppo.
Girolamo wird auch Gigi genannt und ist ein netter Junge mit
träumerischen Augen. Er plappert, quatscht und scherzt die ganze
Zeit. Sein Lachen ist so lustig und ansteckend, daß man einfach
mitlachen muß.
Gigi träumt davon, einmal reich und berühmt zu sein. Für seine
Träume wird er ausgelacht, denn er hat keine Ahnung, wie er sie wahr
werden lassen kann. Und Fleiß und harte Arbeit sind nicht gerade sein
Ding.
Wie in jedem Buch gibt es auch in diesem die Bösen. Es sind ca. 1
Million alter, graugekleideter Männer, alle mit Glatze und
Schnurrbart.
Sie sind weder Menschen, noch andere Lebewesen, weder tot, noch
lebendig.
Sie leben von der Zeit, die sie den Menschen stehlen, sie sind Agenten
der Zeitbank.
Bei ihnen bitte kein Konto eröffnen, die Zeit vergeht auch so schnell genug.
Das Buch "Momo" von Michael Ende erschien 1989 im WSOY-Verlag und hat 198 Seiten.
