Die Hexenversammlung bei Zavelstein





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Die Hexenversammlung bei Zavelstein

Sage aus Schwaben

Zwei Musikanten aus Zavelstein spielten einmal in einem benachbarten Ort auf der Kirchweih und machten sich nachts noch vor zwölf Uhr auf den Heimweg.

Da begegneten ihnen zwei Reiter und forderten sie auf, sie sollten doch mit ihnen gehen.

Das taten sie auch. Nicht lange darauf kamen sie in ein vornehmes Wirtshaus, wo Herren und Damen aus goldenen Bechern tranken.

Die Spielleute bekamen gleichfalls wohlgefüllte goldene Becher vorgesetzt und mußten dann aufspielen, wozu die ganze Gesellschaft tanzte.

Als die Musikanten endlich müde wurden, sagten sie heimlich zueinander: "Wenn wir für unser Spielen nur einen einzigen solchen Becher bekämen!"

Heimlich schob jeder bei günstiger Gelegenheit einen Becher in die Tasche.

Bald darauf übermannte sie der Schlaf, und sie legten sich in einer Ecke des Zimmers zur Ruhe.

Als sie am anderen Morgen erwachten, lagen alle oben am Hügel unter dem Galgen bei Weilerstadt.

Statt der Becher aber hatte jeder den Huf eines Ochsen in der Tasche.

Da erkannten die Spielleute, daß sie einer Hexenversammlung aufgespielt hatten, zerschlugen aus Ärger ihre Geigen und haben seit der Zeit nie und nimmer wieder aufspielen wollen.