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Hexensage aus Mecklenburg
In einem Dorfe bei Wartenburg lebte vor vielen Jahren eine alte Frau, von der die Leute sagten, dass sie hexen könne.
Jedem, der zu ihr kam, bot sie kleine Quarktäschen zu essen an.
Und wer davon nahm wurde sterbenskrank.
Die alte Frau selbst, die auch von den Quarktäschen ass, blieb gesund und rüstig.
Kein Dienstbote wollte mehr bei der Alten in den Dienst treten.
Eines Tages kam ein junger Bursche ins Dorf und fragte nach Arbeit.
Der Gastwirt wies ihn an die Alte, erzählte ihm aber, welche Macht sie habe.
Der Bursche lachte nur und meinte, da könnte er sich ja noch etwas verdienen, wenn er die Alte umbrächte.
Er ging also zu ihr und fragte nach Arbeit.
Sie behielt ihn gleich.
Später sagte sie, er habe wohl Hunger und brachte einen Teller mit Quarktäschen auf den Tisch.
Der Bursche nahm eins in die Hand, machte ein Kreuz und wollte hineinbeissen. Da zersprang es mit einem lauten Knall und eine schwarze Gestalt sprang heraus, die sich auf die Hexe stürzte und mit ihr durch den Kamin sauste, einen Qualm und Gestank zurücklassend.
Der Bursche aber ging zum Pfarrer. Der Pfarrer weihte das Haus, das nun dem Burschen gehörte, da sich keiner fand, der es kaufen wollte.