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Die alte Hexe Frick
Sage aus Brandenburg
Einst fuhr ein Bauer nach der Mühle von Boitzenburg, um sein Getreide mahlen zu lassen.
Abends als er wieder mit seinen schweren Säcken nach Hause fuhr, hörte er plötzlich ein wildes Brausen und lautes Hundegebell.
Da kam ihm die Hexe Frick mit ihrem Hundegespann entgegengefahren, und die Hunde spieen helles Feuer aus Maul und Nase, so oft sie bellten.
Dem Bauern wurde angst und bange und er wußte sich nicht anders zu helfen, als sein Mehl den Hunden der Hexe zu fressen zu geben. Und die frassen alles bis zum letzten Rest.
Der Bauer kam betrübt nach Hause und erzählte seiner Frau, wie schlimm es ihm ergangen war. Diese meinte:
"Bist du dein Mehl losgeworden, dann kannst du die leeren Säcke auch gleich mit fortwerfen."
Und der Mann tat, wie ihm die Frau geboten, brachte die Säcke auf den Hof und warf sie zum Kehricht.
Als er aber am andern Morgen auf den Hof trat, da sah er zu seinem größten Erstaunen die Mehlsäcke wieder voll gefüllt beieinanderstehen, wie er sie aus der Mühle nach Hause gefahren hatte.
Das war zum Dank dafür, daß der Bauer den Hunden der Hexe Frick zu fressen gegeben hatte.

