Anekdote: Der Soldat von Heinrich von Kleist





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Inhaltsverzeichnis Anekdoten

Ein ... Stadtsoldat hatte vor nicht gar langer Zeit, ohne Erlaubnis seines Offiziers, die Stadtwache verlassen.
Nach einem uralten Gesetz steht auf ein Verbrechen dieser Art, das sonst der Streifereien des Adels wegen, von grosser Wichtigkeit war, eigentlich der Tod.
Gleichwohl, ohne das Gesetz, mit bestimmten Worten aufzuheben, ist davon seit vielen hundert Jahren kein Gebrauch mehr gemacht worden: dergestalt, dass statt auf die Todesstrafe zu erkennen, derjenige, der sich dessen schuldig macht, nach einem feststehenden Gebrauch, zu einer blossen Geldstrafe, die er an die Stadtkasse zu erlegen hat, verurteilt wird.
Der besagte Kerl aber, der keine Lust haben mochte, das Geld zu entrichten, erklärte, zur großen Bestürzung des Magistrats: dass er, weil es ihm einmal zukomme, dem Gesetz gemäss, sterben wolle.
Der Magistrat, der ein Missverständnis vermutete, schickte einen Deputierten an den Kerl ab, und liess ihm bedeuten, um wieviel vorteilhafter es für ihn wäre, einige Gulden Geld zu erlegen, als arkebusiert zu werden.
Doch der Kerl blieb dabei, dass er seines Lebens müde sei, und dass er sterben wolle: dergestalt, dass dem Magistrat, der kein Blut vergiessen wollte, nichts übrigblieb, als dem Schelm die Geldstrafe zu erlassen, und noch froh war, als er erklärte, dass er, bei so bewandten Umständen am Leben bleiben wolle.